Wege zum Sozialrecht
 

ELENA oder die Renaissance des Mythischen im Arbeits- und Sozialrecht?
Eine vergleichende Betrachtung der betörend schönen Augen der antiken Helena mit der kryptisch virtuellen Schönheit des elektronischen Entgeltnachweises

In der griechischen Mythologie gilt Helena (latinisiert aus altgriechisch) als die wohl schönste Frau der Antike. Ihr Anblick verwirrte die Männerwelt und weckte magische Possessivinstinkte, deren Folgen bis zu Krieg und Zerstörung führten und für einige Führungskräfte auch langjährige Irrfahrten statt beschaulichem Herrschertum bedeuteten. Umso mehr erstaunt bis heute, dass die Veranlasserin dieser aufwühlenden antiken Fortsetzungssaga das Geschehen um ihre Person selbst offenbar weitgehend unbeschadet überstanden hat und nur zahlreiche Protagonisten für Recht und Vergeltung auf der lehrreichen Sagenstrecke als Verlierer zurückgeblieben sind. Das ELENA-Verfahren zum elektronischen Entgeltnachweis hat in seiner bald zehnjährigen Geschichte ebenfalls schon manch hinwendungsvolles Engagement und bisweilen wechselvolle Umorientierung durchlebt, aber steht anders als die antike Sagengestalt noch vor seiner eigentlichen Blütezeit möglicherweise nun doch vor dem politisch beschlossenen zeitigen Aus. Dabei ist insbesondere nicht immer zweifelsfrei zu klären, welche Hindernisse in welchen Lebensabschnitten welche Unbekömmlich- und Unverträglichkeiten verursacht haben mögen. Auf jeden Fall ist die Zahl der Verehrer und Befürworter ungleich geringer als in der mythologischen Sage und fest stehen dürfte auch, dass die generierte Skepsis und der allenthalben irrationale Argwohn gegenüber ELENA jedenfalls nicht aus der funktional schlichten Schönheit des elektronischen Verfahrens an sich resultieren kann.

DOI: https://doi.org/10.37307/j.2191-7345.2011.05.05
Lizenz: ESV-Lizenz
ISSN: 2944-7127
Ausgabe / Jahr: 5 / 2011
Veröffentlicht: 2011-05-10

Seiten 142 - 148